Begleitfliegen, eine Form der Revierabgrenzung bei Seeadlern?
DOI:
https://doi.org/10.21248/corax.v24.184Abstract
Am 28. 11. 2020 beobachteten wir, wie sich vier adulte Seeadler Haliaeetus albicilla und kurzzeitig ein fünfter Altvogel nördlich des Naturschutzgebietes Reesholm (Abb. 1) aufhielten.
Unter lauten, aufgeregten Rufen umkreisten sich vier Adler nahe der Mündung der Füsinger Au in die Schlei – nahe der Dreilingsfähre. Es hatte den Anschein, dass diese Aktion einem bestimmten Punkt im Gelände galt. So vermuteten wir, dass ein großes Stück Fallwild der Anlass sein könnte. Doch löste sich diese Aktion, bei der es nicht zu Auseinandersetzungen kam, nach kurzer Zeit wieder auf.
Die Situation schien geklärt, und zwei Adler flogen nach SW in geringem Abstand von vielleicht 30 Metern zueinander über die Schlei bis in die Höhe der ehemaligen Zuckerfabrik (Abb. 1). Doch folgte das zweite Paar, das ebenfalls etwa 30 Meter Abstand wahrte, in etwa 100 Meter Abstand. Nach zwei Kilometern, auf Höhe des ehemaligen Zuckerfabrikgeländes, wendete das voranfliegende Paar und auch das andere Paar drehte den Kurs. Alle vier Adler flogen denselben Weg zurück jetzt über den Auslauf der Füsinger Au hinaus bis etwa südlich des Dorfes Füsing. Auch hier folgte nach zwei bis drei Kilometern eine Umkehr des Flugweges. Diese lockeren Folgeflüge wiederholten sich insgesamt viermal.
Literaturhinweise
keine

